Wasserrohrbruch / Leckortung

Leckortung bei wasserführenden Leitungen
Ein Rohrbruch oder eine Undichtigkeit bei einer wasserführenden Leitung ist für den Hausbesitzer meist sehr unangenehm. Noch unangenehmer ist es, wenn die ganze Wand oder der ganze Fußboden aufgeklopft werden, um das Leck zu finden. Das muss nicht sein, denn es gibt mehrere Methoden der zerstörungsfreien Leckortung. Diese werden häufig auch in Kombination miteinander eingesetzt.

Horchmethode
Bei der Horchmethode wird mit einem elektro-akustischen Meßgerät auf die Suche nach Lecks gegangen. Das Meßgerät besteht aus einem hochempfindlichen Spezial-Mikrofon mit eingebautem Verstärker, Tastspitze und Kopfhörer. Damit werden zunächst in einer Vor-Ortung zugängliche Armaturen und Leitungsteile abgehorcht. In einer Fein-Ortung werden danach die Flächen zwischen den Punkten mit der größten Geräusch-Intensität mit dem Boden-Mikrofon abgesucht. Die Horchmethode läßt sich nur bei einem erheblichen Rohrdefekt anwenden, bei dem das Wasser unter Druck herausspritzt. Das Ausström-Geräusch kann durch das Geben von Druckluft auf das entleerte Leitungssystem verstärkt werden. Bei kleineren Defekten funktioniert die Horchmethode nicht mehr. Entweder ist der Druck bei Heizungsanlagen zu gering oder das Wasser tritt beispielsweise bei Korrosionsschäden im Anfangsstadium an Kupferrohren zu langsam aus.

Feuchte-Suchmethode
Mit einem Baufeuchte-Meßgerät läßt sich zerstörungsfrei Feuchtigkeit in Wänden, Decken und Fußböden aufspüren. Die Feuchtemessung erfolgt über das Auflegen der am Gerät befestigten Meßbügel auf dem Meßgut. Man spricht von einem „dieelektrischen“ Wassergehaltsmessverfahren. Je höher die Dielektrizitätskonstante, desto größer ist die Feuchtigkeit. Das Meßgerät sendet Hochfrequenzwellen aus. Dabei wird eigentlich die Kapazität eines Kondensators gemessen, der das Herz des Meßgeräts darstellt. Die Messelektronik wandelt die Messdaten in einen ablesbaren Prozent-Wert um. Die Rohdichte des zu messenden Materials muss allerdings bekannt sein, da sonst keine vernünftigen Ergebnisse zu erwarten sind. Meßfehler können auch bei unebenen Oberflächen auftreten, wenn der Meßbügel nicht vollständig aufliegt. Bis zu einer Tiefe von etwa 120 mm kann damit übermäßige Feuchtigkeit im Untergrund entdeckt und lokalisiert werden. Die Feuchte-Suchmethode dient insbesondere zur Bestätigung einer mit anderen Mitteln erstellten Diagnose.

Temperatur-Differenz-Suchmethode
Auch die Thermografie eignet sich sehr gut zum Orten von Leckstellen. Durch das Verdunsten von Feuchtigkeit an der Leckstelle kommt es an der Bauteiloberfläche zu einer Temperaturabsenkung. Es entsteht ein Temperaturunterschied zwischen trockenem und feuchtem Bereich. Mittels einer Wärmebildkamera kann die Wärmestrahlung registriert und auf einem Bildschirm sichtbar gemacht werden. Das Ergebnis ist somit sofort sichtbar. Allerdings ist die Thermografie sehr teuer und das Ergebnis häufig verfälscht. Das Verfahren unterscheidet beispielsweise nicht, ob die Temperaturänderung durch Feuchtigkeit oder durch eine Wärmebrücke entsteht. Oft ist die austretende Wassermenge auch zu gering oder das Wasser tritt innerhalb einer Ummantelung aus und gibt die Wärme deswegen nicht an die Umgebung ab. Häufig müssen neben der thermografischen Untersuchung daher noch andere Methoden angewendet werden, um Leckstellen zu lokalisieren. Hilfsweise kann auch warmes Wasser in das Kaltwasser-Netz geleitet werden.

Leckortung mit Spürgastechnik
Die Spürgastechnik dient zum Aufspüren feinster Leckstellen. Sie findet vor allem auch dort Einsatz, wo andere Prüfverfahren wie Thermografie oder Horchmethode nicht mehr zu vernünftigen Ergebnissen führen können. Durch die Spürgastechnik läßt sich die Leckstelle normalerweise sehr genau einkreisen. Das Verfahren ist äußerst einfach anzuwenden: Zunächst wird das zu prüfende Leitungssystem entleert. Anschließend wird das Rohrsystem mit einem Testgas (z.B. Wasserstoff-Stickstoff) gefüllt und mit leicht erhöhtem Überdruck verschlossen. Das Gas tritt an der Leckstelle aus und durchdringt Fußböden oder Wandflächen, die mit einem Testgasdetektor abgetastet werden. Ein Sensor meldet bereits Gasspuren im einstelligen ppm-Bereich (ppm-part per million). Der Wasserstoffanteil des verwendeten Testgases ist so gering, dass es nicht brennbar ist.

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